Yoni Mudra: Das Mudra des Ursprungs

Manchmal ist alles zu laut. Die Welt da draußen, die Nachrichten, die Erwartungen, die Stimmen in deinem Kopf. Und du sehnst dich nach einem Ort, an dem einfach Ruhe ist. Dunkel, warm, sicher.

Das Yoni Mudra führt dich genau dorthin. An den Ort, an dem alles beginnt.

Was Yoni Mudra bedeutet

Yoni heißt Mutterleib, Ursprung, Quelle. Es ist der Ort, aus dem alles Leben kommt. Wenn du das Yoni Mudra machst, formen deine Hände genau dieses Symbol vor deinem Becken: ein Dreieck, eine Raute, eine Form wie ein Schoß.

Das Yoni Mudra wird auch Jyoti Mudra genannt. Jyoti heißt Licht. Denn genau wie ein Kind aus der Dunkelheit des Mutterleibs ans Licht kommt, führt dich dieses Mudra aus deiner eigenen Dunkelheit heraus. Wenn du dich von Dunkelheit umgeben fühlst, innerlich wie äußerlich, ist das Yoni Mudra dein Weg zurück ins Licht.

Yoni Mudra und das Loslassen

In vielen Texten der Yoga-Philosophie heißt es: Um die letzte Stufe zu erreichen, Samadhi, musst du dich von der Anhaftung an die Außenwelt lösen. Der Weg dorthin heißt Abhyasa und Vairagya, üben und loslassen. Vairagya ist der Zustand völliger Losgelöstheit. Nicht Gleichgültigkeit, sondern Freiheit.

Das Yoni Mudra unterstützt dich genau dabei. Es zieht deine Sinne nach innen, weg von dem Lärm da draußen. Im 8-gliedrigen Pfad heißt das Pratyahara, der Rückzug der Sinne. Und genau da beginnt der Weg zu Samadhi.

Mehr dazu liest du in meinen Beiträgen über Abhyasa und Vairagya und über den 8-gliedrigen Pfad des Yoga.

Yoni Mudra im Kundalini Yoga

Im Kundalini Yoga wird das Yoni Mudra genutzt, um die Kundalini Shakti zu wecken, die Schlangenkraft, die am unteren Ende der Wirbelsäule schlummert. Dazu wird das Mudra mit Mula Bandha kombiniert, dem Wurzelschloss, bei dem du den Beckenboden sanft anspannst, und mit tiefen Atemzügen.

Ein ehrliches Wort dazu: Kundalini-Arbeit ist kraftvoll und nichts für nebenbei. Wenn du in diese Richtung gehen willst, mach das bitte unter Anleitung einer erfahrenen Lehrerin. Für den Alltag reicht das Mudra allein völlig aus.

Was Yoni Mudra mit dir macht

Geistig: Es bringt dir innere Stille und Ruhe. Gleichzeitig fördert es deine Kreativität und steigert deinen Fokus. Klingt erstmal widersprüchlich, ist es aber nicht. Kreativität entsteht in der Stille.

Emotional: Es verbessert dein emotionales Wohlbefinden und hilft dir, wieder bei dir anzukommen.

Energetisch: Es gleicht deine Energie aus, fördert die Harmonie in dir und vertieft deine Verbindung zum Größeren.

Körperlich: In der Tradition wird dem Yoni Mudra zugeschrieben, hormonelle Ungleichgewichte zu harmonisieren und die Fruchtbarkeit zu unterstützen.

Wichtig: Mudras sind eine schöne Ergänzung, aber kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung.

So machst du das Yoni Mudra

  1. Hände zum Bauch: Bring deine Hände langsam vor deinen Unterbauch, etwas unterhalb des Nabels.

  2. Handflächen zusammen: Leg die Handflächen aneinander, die Fingerspitzen zeigen nach unten. Wie ein umgedrehtes Namaste.

  3. Finger verschränken: Verschränke Mittelfinger, Ringfinger und kleinen Finger locker ineinander, sodass sie nach innen zeigen.

  4. Die Form bilden: Die Spitzen der Zeigefinger berühren sich und zeigen nach unten, zur Erde. Die Daumen berühren sich und zeigen nach oben, zum Himmel. Zwischen Daumen und Zeigefingern entsteht eine Raute.

  5. Ellenbogen locker: Lass die Ellenbogen entspannt zur Seite fallen, die Schultern bleiben weich.

  6. Nach innen schauen: Schließ die Augen und beobachte den dunklen Raum hinter deinen Augen. Bleib einfach da.

  7. Dauer: 10 bis 15 Minuten, in der Meditation gern länger.

Affirmation dazu: Ich bin, was ich bin. Ich möchte nicht jemand anderes sein. Ich bin genug.

Visualisierung dazu: Stell dir vor, du stehst in einem warmen Licht. Es ist gelb oder weiß, ganz wie es sich für dich richtig anfühlt. Dein Körper nimmt dieses Licht auf, mit jedem Atemzug ein bisschen mehr. Es füllt dich von innen. Und du fühlst dich lebendiger.

Wann du vorsichtig sein solltest

In der Schwangerschaft: Das Mudra allein ist sanft. Aber verzichte in der Schwangerschaft auf die Kombination mit Mula Bandha und kraftvoller Atmung. Wenn du unsicher bist, sprich mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin.

Wann das Yoni Mudra dir hilft

  • Wenn dir alles zu laut ist und du dich nach Stille sehnst

  • Wenn du dich von Dunkelheit umgeben fühlst

  • Wenn deine Kreativität blockiert ist

  • Wenn du das Gefühl hast, nicht genug zu sein

  • In der Meditation, um tiefer nach innen zu gehen

Wann warst du das letzte Mal ganz bei dir, ohne Lärm von außen?

Deine Julia

Julia Moskvichov

Ex-Informatikerin, heute Yogalehrerin und Coach. Ich verbinde Körper, Psyche und Energie, weil dein Körper der absolute Wahrheitssprecher ist.

Hier geht es um Yoga mit Tiefgang: Philosophie, Mudras und echte Geschichten. Du bekommst keine Positive Vibes, sondern Übungen, die wirklich wirken.