Kennst du das Gefühl, wenn alles zu eng ist? Dein Kalender ist voll, dein Kopf ist voll, deine Wohnung ist voll. Du atmest flach, die Schultern kleben an den Ohren und du hast das Gefühl, du kriegst keine Luft. Kein Platz. Nirgends.
Genau dafür gibt es das Akasha Mudra. Das Mudra, das Raum in dir öffnet.
Was Akasha Mudra bedeutet
Akasha heißt Raum oder Äther. Es ist das feinste der fünf Elemente. Der Raum, in dem alle anderen Elemente existieren können: Erde, Wasser, Feuer und Luft.
Ohne Raum kann nichts fließen, nichts wachsen, nichts atmen. Wenn das Raumelement in dir schwach ist, fühlst du dich eingeengt, blockiert, festgefahren. Das Akasha Mudra aktiviert dieses Element und schafft wieder Platz. Platz für neue Gedanken, neue Gefühle, neue Wege.
Die Elemente und das Chakra
Im Akasha Mudra berühren sich Daumen und Mittelfinger. Der Mittelfinger trägt das Raumelement, der Daumen das Feuer. Das Feuer aktiviert den Raum und lässt ihn sich ausdehnen.
Das Raumelement gehört zum Halschakra, Vishuddha. Dem Chakra des Ausdrucks und der Kommunikation. Wenn hier Raum ist, kannst du frei sprechen und frei atmen.
Mehr zu den fünf Elementen in deinen Fingern liest du in meinem Beitrag über Hasta Mudras.
Und wenn dich das Halschakra besonders interessiert, schau dir auch das Shankha Mudra an.
Was Akasha Mudra mit dir macht
Geistig: Deine Meditation wird tiefer. Du denkst klarer und triffst schneller Entscheidungen, weil wieder Platz im Kopf ist.
Energetisch: Mehr Raum heißt mehr Platz für alle anderen Elemente. Luft, Wasser, Feuer und Erde können wieder in Balance kommen. Und es bringt Leichtigkeit und Positivität in deinen Körper.
Körperlich: In der Tradition wird dem Akasha Mudra eine entgiftende Wirkung zugeschrieben. Es soll den Gelenken und dem Magen guttun, besonders bei Blähungen, und bei Migräne, Nebenhöhlenproblemen und Hörbeschwerden unterstützen. Außerdem soll es deine Reaktionen schneller machen.
Wichtig: Mudras sind eine schöne Ergänzung, aber kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung.
So machst du das Akasha Mudra
Hinsetzen: Setz dich bequem hin, zum Beispiel im Schneidersitz, Sukhasana, im halben oder ganzen Lotus. Wichtig ist, dass deine Wirbelsäule entspannt bleibt.
Aufrichten: Nacken und Wirbelsäule sind aufrecht, aber nicht steif.
Hände ablegen: Leg beide Hände mit den Handflächen nach oben auf die Knie.
Augen schließen: Ganz sanft.
Kreis bilden: Verbinde bei beiden Händen die Spitze des Mittelfingers mit der Spitze des Daumens. Die anderen Finger bleiben locker gestreckt.
Inneren Raum beobachten: Richte deine Aufmerksamkeit auf den Raum hinter deinen Augen. Im Yoga heißt er Chidakasha, der Raum des Bewusstseins. Fülle ihn mit weißem oder goldgelbem Licht.
Zeuge sein: Bleib als stiller Beobachter präsent. Atme tief ein und vollständig aus.
Dauer: 15 bis 20 Minuten. In der Meditation gern auch länger.
Affirmation dazu: Ich genieße es, schwerelos zu sein. Meine Knochen sind frei von jeder Last und vollkommen entspannt.
Visualisierung dazu: Stell dir vor, du schwebst im Weltraum. Keine Schwerkraft zieht an dir. Du siehst Planeten vorbeiziehen, Sterne funkeln. Und irgendwann siehst du die Erde, ganz klein und blau. Von hier oben wirken all deine Sorgen winzig.
Ein kleiner Hinweis
Wenn du ohnehin schon schnell »weg« bist, verpeilt oder ungeerdet, kann zu viel Raum dich noch mehr abheben lassen. Dann mach das Akasha Mudra kürzer und häng danach ein paar Minuten Prithvi Mudra dran, Daumen an Ringfinger, für die Erdung.
Wann das Akasha Mudra dir hilft
Wenn alles zu eng ist, im Kalender, im Kopf, im Brustkorb
Vor einer wichtigen Entscheidung, für Klarheit
Wenn du dich festgefahren fühlst und keinen Ausweg siehst
In der Meditation, um tiefer zu gehen
Wenn du Abstand brauchst von einem Problem, um es von oben zu sehen
Manchmal brauchst du keine Antwort. Manchmal brauchst du einfach nur Raum.
Wo fehlt dir gerade Raum?
Deine Julia

Julia Moskvichov
Ex-Informatikerin, heute Yogalehrerin und Coach. Ich verbinde Körper, Psyche und Energie, weil dein Körper der absolute Wahrheitssprecher ist.

Hier geht es um Yoga mit Tiefgang: Philosophie, Mudras und echte Geschichten. Du bekommst keine Positive Vibes, sondern Übungen, die wirklich wirken.